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Tiere & Nahrung

Jagd, Fischfang und Verarbeitung von tierischer Nahrung in Europa

⚠️ Wichtig: Jagd und Fischfang sind in Europa streng reguliert. Diese Techniken dienen ausschließlich Notsituationen (Survival), wo es ums Überleben geht.

🦌 1. Essbare Tiere in Europa

Die wichtigsten wildlebenden Nahrungsquellen. In einer Notsituation liefert Fleisch wertvolles Protein und Fett, das pflanzliche Nahrung oft nicht decken kann.

Wildschwein Illustration

Haarwild (Säugetiere)

Mammalia

Wildschwein, Reh, Hase, Kaninchen.

Säugetiere bieten die höchste Kaloriendichte.

  • Wildschwein: Nachtaktiv, sucht Suhlen auf. Sehr wehrhaft bei Verletzung oder mit Frischlingen!
  • Reh: Dämmerungsaktiv, äst an Waldrändern. Fluchtinstinkt prägt das Verhalten.
  • Hase/Kaninchen: Hoher Proteinanteil, aber wenig Fett ("Rabbit Starvation" vermeiden durch Fettzugabe).
Viel Kalorien Ganzjährig
Wildente Illustration

Federwild (Vögel)

Aves

Wildente, Fasan, Taube, Krähe.

Fast alle Vögel sind essbar, aber Vorsicht bei Aasfressern (Krankheiten abkochen!).

  • Ente: An Gewässern. Nester oft im Schilf (Eier!).
  • Taube: Leicht zu fangen, oft in Kulturlandschaften.
Gut fangbar
Forelle Illustration

Fische

Pisces

Forelle, Karpfen, Hecht, Flussbarsch.

Hervorragende Proteinquelle. Süßwasserfische immer gut durchgaren (Parasiten!).

  • Fließgewässer: Forellen lieben sauerstoffreiches Wasser unter Strudeln.
  • Stillgewässer: Karpfen suchen im Schlamm; Hechte lauern im Schilf.
Protein
Heuschrecke Illustration

Notnahrung: Insekten

Insecta

Heuschrecken, Grillen, Ameisenlarven, Regenwürmer.

Aufwand/Nutzen oft besser als bei der Jagd. Reich an Protein.

Zubereitung: Beine/Flügel entfernen, immer rösten/kochen (Parasiten!). Regenwürmer ausdrücken und kochen.

Notnahrung

🏹 2. Jagdmethoden (Notfall)

In einer echten Überlebenssituation ist Energieersparnis oberstes Gebot. Aktive Jagd kostet oft mehr Kalorien, als sie einbringt. Fallen sind "Jäger, die nie schlafen".

Schlingenfalle Schema

Schlingenfalle

Der Klassiker für Kleintiere (Hase). Ein Draht oder eine starke Schnur wird als gleitende Schlinge auf Kopfhöhe (ca. eine Handbreit) über einem Wildwechsel (Trampelpfad) platziert. Das Tier läuft hinein, die Schlinge zieht sich zu.

Jagdwaffen Schema

Primitive Waffen

Wurfspeer: Haselnuss- oder Esche-Stab, Spitze im Feuer gehärtet (nicht verkohlt!). Für Fische oder Kleintiere.

Bogen: Erfordert viel Übung und Zeit zum Bau. Nur sinnvoll bei längerem Aufenthalt.

Spurenlesen (Tracker Skills)

Achte auf Trittsiegel im weichen Boden, Kot (Losung), abgeknickte Zweige (Verbiss) und Haare an Rinde.

Tarnung & Wind

Bewege dich immer gegen den Wind, damit das Wild dich nicht riecht. Vermeide Silhouette (nicht auf dem Kamm laufen). Bewege dich extrem langsam.

🎣 3. Fischfang

Fische sind oft leichter zu bekommen als Säugetiere. Geduld ist hier wichtiger als Kraft.

Fischreuse Schema

Fischreuse (Korb)

Ein Trichter führt in einen Korb, aus dem der Fisch nicht mehr herausfindet. Platziere den Eingang mit der Strömung oder beködere ihn mit Innereien/Insekten. Beschwere die Reuse mit Steinen.

Nothaken Schema

Nothaken

Klassische Hakenform ist schwer zu schnitzen. Einfacher ist der "Gorge Hook" (Doppelspitz): Ein gerades Stück Knochen/Holz, mittig angebunden, das sich im Schlund querstellt.

Speerfischen Schema

Speerfischen

Ziele immer *unter* den Fisch (Lichtbrechung!). Das "Geisterbild" ist höher als der echte Fisch. Am besten nachts mit Fackel/Licht (Fische werden vom Licht angezogen).

Noodling Schema

Handfang (Noodling)

Suche unter Uferböschungen und Wurzeln. Wenn du einen Fisch fühlst, taste langsam Richtung Kopf und greife dann fest hinter den Kiemen zu. Vorsicht: Verletzungsgefahr durch Zähne/Stacheln!

🔪 4. Verarbeitung (Schlachten)

Verarbeite das Tier sofort, um Fleischverderb durch Bakterien (Fäulnisgase im Darm) zu verhindern. Sauberkeit ist lebenswichtig.

  1. Ausbluten: Kehlschnitt sofort nach dem Tötungsakt. Das Blut sollte abfließen (oder aufgefangen werden – gekocht ist es nahrhaft).
  2. Aufbrechen: Schneide die Bauchdecke von unten nach oben vorsichtig auf. Führe zwei Finger unter der Haut zur Führung der Klinge, um Innereien nicht zu verletzen.
  3. Ausweiden: Entferne alles (Speiseröhre bis Enddarm). Achte darauf, Blase und Galle **nicht** zu verletzen (Fleisch wird ungenießbar!). Herz, Leber, Nieren sind wertvoll (auf Parasitenflecken prüfen!).
  4. Abziehen: Hänge das Tier an den Hinterläufen auf. Löse die Haut an den Beinen und ziehe sie wie einen Strumpf nach unten ab. Nutze die Faust, um Haut vom Fleisch zu trennen.
  5. Kühlen: Der Wildkörper muss auskühlen. Hänge ihn luftig auf, geschützt vor Fliegen (Fliegennetz oder Rauch).

📋 Anleitungen (Schematisch)

Anleitung Säugetier

Säugetier (Wild)

Schnittführung zum Aufbrechen (ventral) und wichtigen Hautschnitte zum Abziehen (Skinning).

Anleitung Vogel

Vogel (Ente)

Rupfen: Gegen den Strich ziehen (am besten, wenn das Tier noch warm ist).
Ausnehmen: Schnitt unterhalb des Brustbeins, Innereien herausziehen.

Anleitung Fisch

Fisch

Schnitt vom After (Zentrum) bis zu den Kiemen. Kiemen und Eingeweide in einem Zug entfernen. Blutbahn an der Wirbelsäule auskratzen.

🥩 5. Haltbarkeit von Fleisch

Frisches Fleisch hält sich ohne Kühlung nur wenige Stunden. Um Vorräte anzulegen, muss Wasser entzogen werden (denn Bakterien brauchen Wasser).

Räuchern Schema

Räuchern

Fleisch in Streifen schneiden. Ein Dreibein mit Plane/Rinde/Fellen bauen. Darunter ein Feuer entfachen und mit grünem Laub/Morschem Holz ersticken, damit es stark raucht (keine offene Flamme beim Fleisch!).

Rauch bildet eine Schutzschicht gegen Insekten und Bakterien. Dauer: 1-2 Tage für gute Haltbarkeit.

Trocknen Schema

Trocknen (Dörren/Jerky)

Schneide das Fleisch in hauchdünne Streifen (Faserrichtung!). Entferne alles Fett (Fett wird ranzig). Hänge es in Wind und Sonne (Schutz vor Fliegen!).

Es ist fertig, wenn es brüchig ist wie Holz. Hält monatelang trocken gelagert.

Einsalzen Schema

Einsalzen / Pökeln

Salz entzieht Osmotisch das Wasser. Reibe Fleischstücke dick mit Salz ein. Schichte sie in einem Behälter oder auf einem Stein. Flüssigkeit muss ablaufen können.

🦴 6. Nützliches vom Tier (Survival Crafting)

Ein erlegtes Tier ist ein "Survival-Supermarkt". Verschwende nichts!

Talg herstellen

Fett & Talg (Rendering)

Prozess: Schneide Fettgewebe (besonders Nierenfett) in kleine Würfel. Erhitze es langsam (!) in einem Topf, bis das Fett flüssig austritt und die Grieben (Reste) knusprig sind. Gieße das flüssige Gold ab.

  • Nahrung: Hochkalorisches Bratfett (Pemmikan-Basis).
  • Licht: Ein Docht in festem Talg brennt wie eine Kerze.
  • Pflege: Gegen rissige Haut und als Rostschutz für Messer.
Knochenwerkzeuge

Knochen & Geweih

Frische Knochen sind elastischer, alte spröder. Röhrenknochen lassen sich spalten.

  • Splitter: Messerscharfe Kanten für Pfeilspitzen oder Schaber.
  • Nadeln: Aus Splittern schleifen, Öhr bohren (mit scharfem Stein).
  • Angelhaken: V-förmige Konstruktionen aus zwei Knochen (gebunden).
  • Mark: Knochenmark ist sehr fettreich und nahrhaft (suppen!).
Sehnen und Darm verarbeiten

Sehnen & Darm (Cordage)

Das stärkste natürliche Bindematerial.

  • Sehnen: (Rückensehne oder Achillessehne). Trocknen lassen, dann mit einem Stein klopfen bis sie sich in weiße Fasern zerlegen. Nass verarbeiten -> zieht sich beim Trocknen extrem fest zusammen (perfekt für Pfeilspitzen/Bogenbau).
  • Darm: Inhalt ausdrücken, umstülpen und vorsichtig schaben (Schleimhaut weg). Trocknen und zwirbeln für sehr starke Schnüre.